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Der Zustand der digitalen Privatsphäre

Wie Daten von Datensammlern erfasst, verwertet und verloren werden

Jedes Mal, wenn du ein Foto bei Facebook hochlädst oder eine App auf deinem Smartphone benutzt, erkaufst du dir eine kleine Bequemlichkeit zu einem Preis, der einen umfassenden Verlust der Privatsphäre und möglicherweise sogar Identitätsdiebstahl umfassen kann.

Vielleicht liest du nie die langen Nutzungsbedingungen -- und 19% aller kostenlosen Apps haben nicht einmal solche Bedingungen -- aber sie legen fest, was die Unternehmen mit deiner Information tun können und was passiert, wenn in ihre Dienste eingebrochen wird. Jedes Mal, wenn Du eine App benutzt, entsteht zudem das Risiko, Opfer einer Phishing-Attacke, von Spam oder Identitätsdiebstahl zu werden oder, in ernsten Fällen, die Veröffentlichung von medizinischen Informationen hinnehmen zu müssen oder sogar im Gefängnis zu landen.

Die FreedomBox Foundation hat den Zustand des digitalen Datenschutzes, bzw. seiner Nicht-Existenz, in der heutigen digitalen Welt untersucht.

Unsere Informationen, die wir aus vertrauenswürdigen Quellen zusammengetragen haben, zeigen, dass Angriffe auf Sicherheitslücken stetig zunehmen, da mehr und mehr Personen auf Apps und soziale Netzwerke zurückgreifen. Zugleich steigen die Werbeeinahmen, die aus deinen Daten generiert werden, exponentiell -- die gleichen Firmen, die deine Information verkaufen, sind also immer weniger in der Lage, dich vor Angriffen zu schützen.

Angriffe, wie der, der im April Sony lahmgelegt hat, werden immer häufiger werden: das Playstation Network hat schätzungsweise 100 Millionen Accounts offengelegt, die unverschlüsselte Informationen wie Namen, Adressen, Geburtsdaten und Zugangsdaten enthielten, und sogar zehntausende oder vielleicht hunderttausende Kreditkartennummern. Ein Angriff auf das beliebteste soziale Netzwerk in Südkorea führte zu dem Verlust von privaten Informationen von 35 Millionen Personen, fast 70% der Gesamtbevölkerung des Landes.

In den etwa 2460 Datendiebstählen, die seit 2005 öffentlich bekannt wurden, wurde die Sicherheit von unglaublichen 600 Millionen Datensätzen verletzt.

Wir denken, ehrlich gesagt, dass das ein zu hohes Risiko für ein paar Stunden Unterhaltung ist.

Aber das Problem hört damit nicht auf: Im letzten Dezember untersuchte das Wall Street Journal das Verhalten der 101 beliebtesten Apps und fand heraus, dass über die Hälfte von diesen eine eindeutige Kennnummer des Endgeräts an Dritte übermitteln, ohne die Einwilligung der Benutzer. 47 Apps übertragen den Standort des Telefon. Eine bekannte Musikapp, Pandora, sendete sogar das Alter, Geschlecht, den Standort und die Telefon-ID an verschiedene Werbenetzwerke.

Die gesamten Daten sind als Grafik hier verfügbar. Bitte benutze diese Grafik gerne unter Verweis auf die Freedombox Foundation, so wie durch die Creative Commons-Lizenz vorgesehen.

Sources

http://www.email-marketing-reports.com/metrics/email-statistics.htm

http://thenextweb.com/google/2011/07/14/there-are-now-550000-android-phones-activated-every-day/

http://www.apple.com/pr/library/2011/07/19Apple-Reports-Third-Quarter-Results.html

http://investor.yahoo.net/sec.cfm?DocType=Annual&Year=2011&FormatFilter=

http://investor.google.com/financial/tables.html

http://www.microsoft.com/investor/EarningsAndFinancials/Earnings/PressReleaseAndWebcast/FY11/Q4/default.aspx

http://online.wsj.com/article/SB10001424052748704436004576297310274876624.html

http://www.mercurynews.com/wiretap/ci_18596988?nclick_check=1

http://www.privacyrights.org/data-breach#CP

Mark Hachman, Most Mobile Apps Lack Privacy Policies: Study, PC MAGAZINE, 27.04.2011

Scott Thurm and Yukari Iwatani Kane, Your Apps are Watching You, THE WALL STREET JOURNAL, 17.12.2010

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